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by: j.hoffmann

10 Jahre Sühring – Drei Michelin Sterne in Bangkok by Jens James Hoffmann

Zum Abschluss gibt es im «Sühring» ein Eierlikörchen nach Oma Christas Art.
Wow!
Serviert wird er in einem schicken Turm aus Eiswürfeln.
Das handgeschriebene Rezeptbuch der Großmutter der Sterneköche Mathias und Thomas Sühring ist die Geheimwaffe der Sührings, sozusagen das nostalgische Herzstück des Gourmet-Tempels in einer ehemaligen Diplomatenvilla mit thailändischem Tropengarten.
Spätzle und Labskaus  klingt nach Hausmannskost, es avanciert bei den Sürings zur Haute Cuisine mitten in Bangkok. Wir haben uns einfach die Heimat hier hergeholt», sagt Thomas lächelnd und Mathias fügt hinzu: «Bei uns geht es immer um Kindheitserinnerungen, um Emotionen.»Der Erfolg mit ihrem kühnen Konzept gibt den Zwillingen aus Ost-Berlin recht. Vor wenigen Monaten erhielten sie für ihre raffinierten Kreationen ihren dritten Michelin-Stern. Mehr geht nicht, mit 48 Jahren stehen die beiden auf dem kulinarischen Olymp. Der Labskaus etwa kommt als kleine Praline mit «Imperial Beluga Caviar» daher, die Spätzle werden mit frisch geriebenem Périgord-Trüffel serviert, auch als «schwarzer Diamant» bekannt, und die Ente wird sieben Tage in Stroh und Kräutern geräuchert. Selbst Erbsen erleben als feine, über Holzkohle gegrillte Mini-Tarte mit Holunderblüten eine überraschende Renaissance. Und als Gag gibt es auch mal Currywurst, mit hauchdünnem Kartoffelchip statt Pommes. Jeder Gang ist eine Hommage an die deutsche Küche und wird – filigran verziert – wie ein kleines Kunstwerk präsentiert. Die dazu servierten Spitzenweine stammen ebenfalls überwiegend aus Deutschland.   Ihren ersten Stern erhielten die Sürings 2018. Ein Jahr später folgte der zweite. Aber noch immer können die Sührings kaum glauben, was dann im vergangenen November passierte. «Es war eine Achterbahnfahrt der Emotionen, einfach Wahnsinn!», erinnert sich Thomas. So viele Jahre hätten beide die großen Chefs dieser Welt als Idole bewundert. «Und jetzt steht man auf einer Stufe mit denen, das ist schon unglaublich, das begreift man gar nicht so richtig.» Der Michelin schrieb zur Begründung unter anderem: «Inspiriert von den Sommern auf dem Bauernhof ihrer Großeltern in Deutschland, verwandeln die Brüder traditionelle Techniken wie Fermentieren, Einlegen und Pökeln in zeitgenössisches Fine Dining, bei dem Nostalgie auf Präzision trifft.» Neben dem «Sühring» hält in ganz Thailand nur das «Sorn» mit seiner südthailändischen Küche drei Sterne. Bevor sie sich selbstständig machten, sammelten die Brüder Erfahrung bei einigen der renommiertesten Köche Europas. Beide arbeiteten mehrere Jahre im Drei-Sterne-Restaurant «Aqua» von Sven Elverfeld in Wolfsburg. Mathias wechselte später zu Jonnie Boer ins niederländische «De Librije», das seit 2004 drei Michelin-Sterne hält, während Thomas in Rom bei Heinz Beck im Drei-Sterne-Tempel «La Pergola» kochte. 2008 verschlug es die beiden schließlich nach Bangkok: Im Gourmetrestaurant «Mezzaluna» im 65. Stock des ikonischen State Tower übernahmen sie gemeinsam die Küche und machten sich in der internationalen Fine-Dining-Szene der Stadt einen Namen. Erst Jahre später reifte die Idee, etwas Eigenes zu wagen. 2016 mit dem «Sühring» alles auf eine Karte. «Das war schon etwas blauäugig», sagt Thomas rückblickend. Sie hätten sogar Zweifel gehabt, ob der von Anfang an geplante Restaurantname mit dem Umlaut «ü» die richtige Wahl war. «Und jetzt sind wir seit zehn Jahren offen, das ist schon unglaublich», sagt Mathias. Und noch immer hätten sie Spaß an der Arbeit wie am ersten Tag. 40 Gäste finden im «Sühring» Platz – bei stolzen 55 Mitarbeitern. Die meisten Gäste stammten aus Asien, einige seien schon ein paar Dutzend Mal dagewesen, erzählen die Brüder. Seit dem dritten Michelin-Stern gebe es aber einen regelrechten Ansturm aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Sühring-Klassiker darf dabei nie fehlen, und der hat direkt mit der deutschen Wiedervereinigung zu tun. Denn als 1989 die Mauer fiel und die Zwillinge mit zwölf Jahren erstmals den Westen erkundeten, blieb ihnen eine Süßigkeit der Firma Ferrero buchstäblich am Gaumen haften – Hanuta, kurz für «Haselnusstafel». «Das war das Erste, was wir in West-Berlin gegessen haben. Das ist uns einfach im Kopf geblieben», erzählt Thomas. «Dann haben wir uns gedacht, wie können wir diesen Augenblick, den wir da hatten, festhalten?» So entstand die herzhafte «Entenlebertafel» – oder Enleta. Verfeinert mit Aprikosengelee – und stilecht wie eine Hanuta verpackt – wird sie mit einem Aprikosen-Trinkessig vom Pfälzer Doktorenhof serviert. Während die Gäste in den Kindheitserinnerungen der Zwillinge schwelgen und zum Abschluss Oma Christas Eierlikör trinken, schaut die alte Dame milde von der Wand. Zwischen Herd und Holzofen sitzt sie – auf einem Bild verewigt – in ihrer Küche in Klein Briesen in Brandenburg. Da, wo Mathias und Thomas Sühring einst ihre Sommer verbrachten – und wo für sie alles begann. Tipps für einen Trip in die meistbesuchte Stadt der Welt. Nicht nur kulinarisch hat Thailands Hauptstadt einiges zu bieten. Laut dem «Top 100 City Destinations Index» war Bangkok nach 2024 auch 2025 die meistbesuchte Stadt der Welt. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 30 Millionen internationale Gäste, um die Tempel, Paläste und Wasserwege der Glitzermetropole zu erleben. Welche fünf Hotspots sollten Besucher auf keinen Fall verpassen? Der Große Palast und der Smaragd-Buddha Die prächtige Anlage des Grand Palace gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Im Tempel Wat Phra Kaeo befindet sich der berühmte Smaragd-Buddha – das wohl wichtigste Nationalheiligtum Thailands. Eigentlich ist die Figur übrigens aus grüner Jade gefertigt. Nur wenige Schritte entfernt liegt der traditionsreiche Wat Pho. Weltberühmt ist der 46 Meter lange goldene liegende Buddha, der hier untergebracht ist. Tempel der Morgenröte Direkt am mächtigen Fluss Chao Phraya erhebt sich die imposante Anlage des Wat Arun. Besonders bei Sonnenuntergang glitzern seine mit Porzellan verzierten Türme spektakulär über dem Wasser. Am schönsten ist die Anreise mit einer kleinen Fähre oder einem Touristenboot. Magisch ist der Sonnenuntergang vom Wasser oder vom anderen Ufer aus, wenn der Tempel zunehmend in goldenem Licht erstrahlt. Blick über die Skyline vom Mahanakhon Wer Bangkok von ganz oben erleben möchte, fährt auf die Aussichtsplattform des Wolkenkratzers King Power Mahanakhon. Das markante «pixelige» Design des Gebäudes stammt vom deutschen Architekten Ole Scheeren. In mehr als 300 Metern Höhe bietet sich ein spektakulärer Rundumblick über die Metropole, die nach Sonnenuntergang in einem Meer aus Licht glitzert. Der gläserne Skywalk, von dem der Blick direkt in die Tiefe geht, ist allerdings nichts für Menschen mit Höhenangst. Streetfood in Chinatown Im Viertel Yaowarat pulsiert das Leben: Straßenstände, Neonlichter und Garküchen machen die Gegend zu einem der besten Orte, um Bangkoks legendäres Streetfood zu probieren. Daneben gibt es hippe Bars und Cafés, die meisten in charmanten chinesischen Shophouses. Eine besondere Empfehlung sind das Restaurant «Ba hao» und die Rooftop-Bar im «Wallflowers Cafe».    

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